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Die Internetgeschichte
Was ist überhaupt "Das Internet"? Geschichte, Technik
und wirtschaftliche Funktionen
Die Datenautobahn, der Cyberspace, das Netz
der Netze: wenn man vom Internet spricht, denkt man oft an
die eben genannten Begriffe und Schlagworte aus Sprachgebrauch und
Werbung. Aber: was bedeutet es, was bedeutet es für uns, was
ist es eigentlich, und wo kommt es her?!?
Allgemeines:
Das Wort Internet ist ein Kunstwort aus dem Englischen,
das die Kurzform für International Network ist.
Dieses internationale Netzwerk ist ein offener Verbund
von Computernetzwerken, der die Computer und die darauf ablaufenden
Programme in die Lage versetzt, direkt miteinander zu kommunizieren.
Anfang 1995 waren mehr als 50000 Netzwerke mit über fünf
Millionen Computern ans Internet angeschlossen - mit einer Zuwachsrate
von etwa neun Prozent pro Monat. Tendenz: stark steigend...
Im Jahre 1969 gab die Advanced Research Projects Agency (ARPA) des
US-Verteidigungsministeriums die Entwicklung eines Computernetzes
in Auftrag, das einerseits die Kommunikation auch im Falle eines
nuklearen Angriffs gewährleisten und andererseits die Zusammenarbeit
verschiedener Forschungsstellen auf digitalem Weg ermöglichen
sollte.
Das ARPANET:
Das so entstandene ARPANET war zunächst eine Verbindung der
Universitäten von Los Angeles in Kalifornien, Santa Barbara
in Kalifornien, Utah und der Stanford Research Institute, wobei
es nur Forschern zur Verfügung stand, um sich auf anderen Computern
einzuloggen (etwa anzumelden). Bald wurde das System
durch Methoden zur Dateiübertragung und zur elektronischen
Nachrichtenübermittlung (e-mail; electronic mail) erweitert.
Damit das Netz auch funktionsfähig bleibt, wenn eine oder mehrere
Leitungen durch Krieg oder Unfälle zerstört werden, muss
das System automatisch auf andere umschalten und auf diese Weise
selbstständig eine funktionierende Verbindung zwischen zwei
Orten herstellen können. Dieser Vorgang wird als Dynamic
Rerouting bezeichnet.
Im Zuge des Aufkommens anderer Netzwerke entstand der Bedarf, eine
Möglichkeit zu finden, unterschiedliche Systeme so zu verbinden,
dass diese uneingeschränkt miteinander kommunizieren können.
Unter dem Namen Internetting Project gab die DARPA (der
neue Name der ARPA; das D steht für Defense) nun
die Entwicklung eines entsprechenden Übertragungsprotokolls
(TCP/IP) in Auftrag.
Benutzerzahlenentwicklung
Bei dieser rasanten Entwicklung der ans Internet angeschlossenen
Rechner verwundert es auch kaum, dass die Zahl der Internet-Gemeinde
1996 etwa 34 Millionen betrug, und die Zahl bis zum Ende des Jahres
1997 laut einer Schätzung des Marktforschungsinstituts IDC
sich auf die Zahl von 68 Millionen Internet-Benutzern verdoppeln
wird.
Internet - Dienste:
E-Mail:
Der im Internet am häufigsten in Anspruch genommene Dienst
ist die e-mail, die electronic-mail, die es seit 1972
gibt.
Im Grunde ist die elektronische Post der normalen Briefpost sehr
ähnlich. Sie dient ebenfalls der Übermittlung schriftlicher
Nachrichten zwischen zwei Orten, wobei die e-mail den Vorteil hat,
jederzeit versandt und empfangen werden zu können.
Rein theoretisch steht eine e-mail unmittelbar nach dem Abschicken
im Postfach des Empfängers zur Verfügung, in der Praxis
ergeben sich Verzögerungen von einigen Minuten bis wenigen
Stunden. Der Empfänger hat jederzeit Zugriff auf sein Postfach
und kann e-mails abholen und verschicken. E-mails sind nicht nur
auf Texte beschränkt, man kann auch Bilder und Klangdateien
anhängen und als Anlage verschicken. Durch die oben genannten
Merkmale ist die elektronische Post sehr viel flexibler und leistungsfähiger
als die normale Post.
E-mails können nicht nur zwischen zwei Adressen, sondern auch
gleichzeitig an viele verschiedene Orte verschickt werden (dies
kommt einem Durchschlag gleich).
World Wide Web:
Das andere große Angebot des Internet, das im Sprachgebrauch
unter Surfen zusammengefasst wird, ist das World Wide
Web (weltweites Netz, WWW). Ähnlich wie die Beschreibung der
logischen Datenanordnung auf einer Festplatte als Baumstruktur
bezeichnet auch der Begriff Web eine Beziehung zwischen
einzelnen Dateien. Bei einer Baumstruktur gibt es ein Stamm- oder
Wurzelverzeichnis (engl.: root = Wurzel), von dem aus verschiedene
Wege eingeschlagen werden können, die sich gegebenenfalls immer
mehr verzweigen. Das Web stellt hingegen Verbindungswege
zwischen den einzelnen Dateien her, so dass auf diese von jeder
beliebigen Stelle aus zugegriffen werden kann. Dies erinnert an
die Struktur eines Spinnennetzes. Dabei bedient sich das WWW der
Hypertext-Technik, um verschiedene Ressourcen miteinander zu verbinden.
Hypertext bedeutet, dass in einem Dokument vorkommende Begriffe
eine Verbindung zu anderen Dateien aufweisen können (Link).
FTP
Der FTP-Dienst ("File Transfer Protocol") ermöglicht
den Datentransfer zwischen einem Client, also zum Beispiel einem
FTP-Programm auf Ihrem heimischen Computer, und einem Server, einem
Rechner irgendwo im Internet, auf dem Sie Daten ablegen beziehungsweise
von dem Sie Daten herunterladen können. In Verbindung mit FTP
hat sich der Archie-Service etabliert, der Dateien auf FTP-Servern
suchen kann.
Gopher
Gopher ist der Vorläufer des WWW. Wie beim World Wide Web werden
hier Dokumente innerhalb des Internets zugänglich gemacht,
jedoch wird aufgrund hierarchischer Strukturen, die es nicht ermöglichen,
Links (Verweise zu anderen Dokumenten) flexibel im Text einzusetzen,
sondern innerhalb eigener Menüstrukturen, eine Starrheit erzeugt,
die diesen Dienst mit Einführung und Verbreitung des WWW überflüssig
gemacht hat.
Telnet
Telnet ist quasi die Fernbedienung für Rechner. Mit Telnet-Programmen
können beispielsweise die Rechenanlagen von Bibliotheken oder
Forschungsanstalten über den heimischen Computer fernbedient
werden. Wie Gopher ist auch dieser Dienst mit Einführung des
WWW ein wenig ins Abseits geraten und wird wahrscheinlich über
kurz oder lang von diesem ersetzt werden.
Usenet
Das Usenet ist mit einem Schwarzen Brett zu vergleichen, wobei der
Platz, auf dem Mitteilungen gemacht werden können, im Usenet
auf sogenannte Newsserver verteilt wird. Hier haben Wissbegierige
die Möglichkeit, Fragen zu "posten" (zu veröffentlichen)
und Antworten zu anderen Postings zu lesen. Auch können hier
die Artikel anderer Usenet-Nutzer beantwortet werden.
Chat
Der Chat-Dienst ("IRC") ist das "Schwatzen"
(wörtl. Chat) mit anderen Computerbenutzern über Tastatur
und Bildschirm. Ganze Gespräche werden so in Textform geführt.
Auch dieser Dienst ist mit Einführung des WWW und des Chattens
im Web ins Hintertreffen geraten und wird nach und nach vom World
Wide Web ersetzt.
Boom des Netzes - Wirtschaftliche Konsequenzen
Seit sich in den 80er Jahren der PC im Privatbereich mehr und mehr
durchgesetzt hat, steigt auch das Interesse am Austausch von Informationen
via Computer. Dazu wurde zunächst das ARPANET genutzt. In diesem
Netz war jedoch noch keine Spur von Multimedia (Text + Grafik +
Musik). Trotzdem wuchs der Anwenderkreis des Netzes stark an.
Als 1992 mit der Gründung der Internet Society
das WWW ins Leben gerufen wurde, begann das Netz zu boomen. Es entstanden
vollkommen neue Geschäftszweige. Der für die Internet-Gemeinde
wohl wichtigste Geschäftszweig sind die schon oben erwähnten
Provider. Die größten Provider sind AOL (America Online)
mit 8 Millionen Teilnehmern, CompuServe mit 4,7 Millionen Teilnehmern,
MSN (Microsoft Network) mit 1,6 Millionen Teilnehmern weltweit sowie
T-Online mit 1,2 Millionen Teilnehmern in Deutschland. Um ihre Dienste
anbieten zu können, müssen die Provider Standleitungen
mieten, über die ihre Kunden ihren Datenverkehr abwickeln können.
Da solche permanenten Hochgeschwindigkeitsleitungen recht teuer
sind, verlangen die Anbieter Nutzungsgebühren für die
Online-Stunde. Die Kosten liegen in Deutschland bei etwa 1,5 cent
pro Minute, wobei zu beachten ist, dass der Service und das Angebot
variieren. Inzwischen ist es auch in Mode gekommen "Flatrates"
anzubieten, mit denen der Benutzer ohne Einschränkungen surfen
kann.
Ein weiterer der neuen Geschäftszweige ist das Online-Shopping
und die Online-Bestellung: In virtuellen Kaufhäusern wird es
dem Kunden ermöglicht, wie aus einem Versandhauskatalog mit
extrem großer Auswahl, sich Waren anzuschauen und zu bestellen.
Bei der Online-Bestellung können Artikel direkt beim Versender
geordert werden, Computer werden zum Beispiel nach Wunsch gefertigt.
Der Computerhersteller DELL-USA setzt mit dem Online-Geschäft,
Support und Verkauf, heute schon täglich eine Million US$ um.
Die virtuellen Kaufhäuser konnten sich bisher noch nicht gegen
ihre reellen Konkurrenten durchsetzen, da die Sicherheit der Zahlungsgeschäfte
der Online-Käufer bislang nicht gegeben ist und da noch immer
zu wenig Haushalte ans Internet angeschlossen sind.
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