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Die Internetgeschichte
( von Daniel Braunsdorf am 13.08.2003 )


Was ist überhaupt "Das Internet"? Geschichte, Technik und wirtschaftliche Funktionen
Die “Datenautobahn”, der “Cyberspace”, das “Netz der Netze”: wenn man vom Internet spricht, denkt man oft an die eben genannten Begriffe und Schlagworte aus Sprachgebrauch und Werbung. Aber: was bedeutet es, was bedeutet es für uns, was ist es eigentlich, und wo kommt es her?!?

Allgemeines:
Das Wort “Internet” ist ein Kunstwort aus dem Englischen, das die Kurzform für “International Network” ist. Dieses “internationale Netzwerk” ist ein offener Verbund von Computernetzwerken, der die Computer und die darauf ablaufenden Programme in die Lage versetzt, direkt miteinander zu kommunizieren. Anfang 1995 waren mehr als 50000 Netzwerke mit über fünf Millionen Computern ans Internet angeschlossen - mit einer Zuwachsrate von etwa neun Prozent pro Monat. Tendenz: stark steigend...
Im Jahre 1969 gab die Advanced Research Projects Agency (ARPA) des US-Verteidigungsministeriums die Entwicklung eines Computernetzes in Auftrag, das einerseits die Kommunikation auch im Falle eines nuklearen Angriffs gewährleisten und andererseits die Zusammenarbeit verschiedener Forschungsstellen auf digitalem Weg ermöglichen sollte.

Das ARPANET:
Das so entstandene ARPANET war zunächst eine Verbindung der Universitäten von Los Angeles in Kalifornien, Santa Barbara in Kalifornien, Utah und der Stanford Research Institute, wobei es nur Forschern zur Verfügung stand, um sich auf anderen Computern einzuloggen (etwa “anzumelden”). Bald wurde das System durch Methoden zur Dateiübertragung und zur elektronischen Nachrichtenübermittlung (e-mail; electronic mail) erweitert. Damit das Netz auch funktionsfähig bleibt, wenn eine oder mehrere Leitungen durch Krieg oder Unfälle zerstört werden, muss das System automatisch auf andere umschalten und auf diese Weise selbstständig eine funktionierende Verbindung zwischen zwei Orten herstellen können. Dieser Vorgang wird als “Dynamic Rerouting” bezeichnet.
Im Zuge des Aufkommens anderer Netzwerke entstand der Bedarf, eine Möglichkeit zu finden, unterschiedliche Systeme so zu verbinden, dass diese uneingeschränkt miteinander kommunizieren können. Unter dem Namen “Internetting Project” gab die DARPA (der neue Name der ARPA; das “D” steht für Defense) nun die Entwicklung eines entsprechenden Übertragungsprotokolls (TCP/IP) in Auftrag.

Benutzerzahlenentwicklung
Bei dieser rasanten Entwicklung der ans Internet angeschlossenen Rechner verwundert es auch kaum, dass die Zahl der “Internet-Gemeinde” 1996 etwa 34 Millionen betrug, und die Zahl bis zum Ende des Jahres 1997 laut einer Schätzung des Marktforschungsinstituts IDC sich auf die Zahl von 68 Millionen Internet-Benutzern verdoppeln wird.


Internet - Dienste:

E-Mail:
Der im Internet am häufigsten in Anspruch genommene Dienst ist die e-mail, die “electronic-mail”, die es seit 1972 gibt.
Im Grunde ist die elektronische Post der normalen Briefpost sehr ähnlich. Sie dient ebenfalls der Übermittlung schriftlicher Nachrichten zwischen zwei Orten, wobei die e-mail den Vorteil hat, jederzeit versandt und empfangen werden zu können.
Rein theoretisch steht eine e-mail unmittelbar nach dem Abschicken im Postfach des Empfängers zur Verfügung, in der Praxis ergeben sich Verzögerungen von einigen Minuten bis wenigen Stunden. Der Empfänger hat jederzeit Zugriff auf sein Postfach und kann e-mails abholen und verschicken. E-mails sind nicht nur auf Texte beschränkt, man kann auch Bilder und Klangdateien anhängen und als Anlage verschicken. Durch die oben genannten Merkmale ist die elektronische Post sehr viel flexibler und leistungsfähiger als die normale Post.
E-mails können nicht nur zwischen zwei Adressen, sondern auch gleichzeitig an viele verschiedene Orte verschickt werden (dies kommt einem Durchschlag gleich).

World Wide Web:
Das andere große Angebot des Internet, das im Sprachgebrauch unter “Surfen” zusammengefasst wird, ist das World Wide Web (weltweites Netz, WWW). Ähnlich wie die Beschreibung der logischen Datenanordnung auf einer Festplatte als “Baumstruktur” bezeichnet auch der Begriff “Web” eine Beziehung zwischen einzelnen Dateien. Bei einer Baumstruktur gibt es ein Stamm- oder Wurzelverzeichnis (engl.: root = Wurzel), von dem aus verschiedene Wege eingeschlagen werden können, die sich gegebenenfalls immer mehr verzweigen. Das “Web” stellt hingegen Verbindungswege zwischen den einzelnen Dateien her, so dass auf diese von jeder beliebigen Stelle aus zugegriffen werden kann. Dies erinnert an die Struktur eines Spinnennetzes. Dabei bedient sich das WWW der Hypertext-Technik, um verschiedene Ressourcen miteinander zu verbinden.
Hypertext bedeutet, dass in einem Dokument vorkommende Begriffe eine Verbindung zu anderen Dateien aufweisen können (Link).

FTP
Der FTP-Dienst ("File Transfer Protocol") ermöglicht den Datentransfer zwischen einem Client, also zum Beispiel einem FTP-Programm auf Ihrem heimischen Computer, und einem Server, einem Rechner irgendwo im Internet, auf dem Sie Daten ablegen beziehungsweise von dem Sie Daten herunterladen können. In Verbindung mit FTP hat sich der Archie-Service etabliert, der Dateien auf FTP-Servern suchen kann.
Gopher
Gopher ist der Vorläufer des WWW. Wie beim World Wide Web werden hier Dokumente innerhalb des Internets zugänglich gemacht, jedoch wird aufgrund hierarchischer Strukturen, die es nicht ermöglichen, Links (Verweise zu anderen Dokumenten) flexibel im Text einzusetzen, sondern innerhalb eigener Menüstrukturen, eine Starrheit erzeugt, die diesen Dienst mit Einführung und Verbreitung des WWW überflüssig gemacht hat.

Telnet
Telnet ist quasi die Fernbedienung für Rechner. Mit Telnet-Programmen können beispielsweise die Rechenanlagen von Bibliotheken oder Forschungsanstalten über den heimischen Computer fernbedient werden. Wie Gopher ist auch dieser Dienst mit Einführung des WWW ein wenig ins Abseits geraten und wird wahrscheinlich über kurz oder lang von diesem ersetzt werden.

Usenet
Das Usenet ist mit einem Schwarzen Brett zu vergleichen, wobei der Platz, auf dem Mitteilungen gemacht werden können, im Usenet auf sogenannte Newsserver verteilt wird. Hier haben Wissbegierige die Möglichkeit, Fragen zu "posten" (zu veröffentlichen) und Antworten zu anderen Postings zu lesen. Auch können hier die Artikel anderer Usenet-Nutzer beantwortet werden.

Chat
Der Chat-Dienst ("IRC") ist das "Schwatzen" (wörtl. Chat) mit anderen Computerbenutzern über Tastatur und Bildschirm. Ganze Gespräche werden so in Textform geführt. Auch dieser Dienst ist mit Einführung des WWW und des Chattens im Web ins Hintertreffen geraten und wird nach und nach vom World Wide Web ersetzt.


Boom des Netzes - Wirtschaftliche Konsequenzen
Seit sich in den 80er Jahren der PC im Privatbereich mehr und mehr durchgesetzt hat, steigt auch das Interesse am Austausch von Informationen via Computer. Dazu wurde zunächst das ARPANET genutzt. In diesem Netz war jedoch noch keine Spur von Multimedia (Text + Grafik + Musik). Trotzdem wuchs der Anwenderkreis des Netzes stark an.
Als 1992 mit der Gründung der “Internet Society” das WWW ins Leben gerufen wurde, begann das Netz zu boomen. Es entstanden vollkommen neue Geschäftszweige. Der für die “Internet-Gemeinde” wohl wichtigste Geschäftszweig sind die schon oben erwähnten Provider. Die größten Provider sind AOL (America Online) mit 8 Millionen Teilnehmern, CompuServe mit 4,7 Millionen Teilnehmern, MSN (Microsoft Network) mit 1,6 Millionen Teilnehmern weltweit sowie T-Online mit 1,2 Millionen Teilnehmern in Deutschland. Um ihre Dienste anbieten zu können, müssen die Provider Standleitungen mieten, über die ihre Kunden ihren Datenverkehr abwickeln können.
Da solche permanenten Hochgeschwindigkeitsleitungen recht teuer sind, verlangen die Anbieter Nutzungsgebühren für die Online-Stunde. Die Kosten liegen in Deutschland bei etwa 1,5 cent pro Minute, wobei zu beachten ist, dass der Service und das Angebot variieren. Inzwischen ist es auch in Mode gekommen "Flatrates" anzubieten, mit denen der Benutzer ohne Einschränkungen surfen kann.
Ein weiterer der neuen Geschäftszweige ist das Online-Shopping und die Online-Bestellung: In virtuellen Kaufhäusern wird es dem Kunden ermöglicht, wie aus einem Versandhauskatalog mit extrem großer Auswahl, sich Waren anzuschauen und zu bestellen.
Bei der Online-Bestellung können Artikel direkt beim Versender geordert werden, Computer werden zum Beispiel nach Wunsch gefertigt. Der Computerhersteller DELL-USA setzt mit dem Online-Geschäft, Support und Verkauf, heute schon täglich eine Million US$ um. Die virtuellen Kaufhäuser konnten sich bisher noch nicht gegen ihre reellen Konkurrenten durchsetzen, da die Sicherheit der Zahlungsgeschäfte der Online-Käufer bislang nicht gegeben ist und da noch immer zu wenig Haushalte ans Internet angeschlossen sind.


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